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Blood Gulch – Die Schlacht von Blood Gulch

Ein Bericht über Blood Gulch

Früher, zur Zeit unserer Großeltern, hieß sie noch Black Gulch, die Schlucht, die an einigen Stellen so tief ist, dass niemals ein Sonnenstrahl ihren Grund berührt. Doch heute kennen wir die Schlucht nur als Blood Gulch, die „blutige Schlucht“.

Eine Generation ist es her, dass sich in den vorgelagerten Hügeln diese eine große Schlacht zutrug, die den namen der Gegend für immer veränderte. Truppen der Union waren von Westen vorgedrungen und stießen auf beharrlichen Widerstand der Natives, die die Umgebung kannten, wie ihre nicht vorhandenen Westentaschen. Durch gezielte kleine Manöver, die wie Rückzüge wirkten, lockten sie die Unionstruppen immer weiter in das sich klüftende Gelände. Der Plan schien aufgehen zu wollen, als sich dann aber eine weitere Partei ins Getümmel warf. Von Süden drängten sie nach, hieben nach beiden Seiten und brachten alles ins Ungleichgewicht. Die Südstädtler brachten den friedlichen Hügeln einen Mehrfrontenkrieg, bei dem alle nur verlieren konnten.

Das, was Anfangs hätte zu einer schnellen Entscheidung führen können, durch das geschickte und kluge Vorgehen der Natives, wurde nun zu einem Gemetzel. Die Natives hatten vor, die Unionssoldaten in den Hügeln zu zerstreuen und sie in die Untiefen der schwarzen Klamm zu locken, um sie dort zu überwältigen. Doch als die Südstädtler eingriffen, war bald nicht mehr klar, wer eigentlich auf wen schoss. Stunden gingen ins Land und schwarzer Fels färbte sich blutrot.

Alles in allem waren es schlussendlich ausgeglichene Verhältnisse.
Anfangs bewegten sich die Kontrahenten in den Hügeln – der Kampf wogte hin und her. Dann kam es zu einem Ausfall der Südstädte, die den Natives in die dunkle Klamm folgten – und mit ihrem Leben bezahlten. Hingeschlachtet von scharfen Äxten und im Pfeilhagel niedergemäht gab es kein Entkommen aus Blood Gulch.

Auch das kleine Städtchen – eigentlich eher ein paar Farmen, Häuser und ein Krämerladen – blieben nicht von dem Kampf verschont. Fast alles ging im Feuer zugrunde und in einem der verbliebenen Gehöfte wurde ich ein paar Tage nach der Schlacht geboren. Das ist nun schon fünfzig Jahre her…

Doch weiter in der Geschichte der blutigen Klamm. Die Toten aller drei Seiten bedeckten inzwischen das Land und es wurde offenbar, dass die Unionstruppen einen winzigen Vorteil an Mannstärke hatten – oder die greingeste Anzahl an Verwundetetn und Gefallenen – das mag man sehen, wie man will. Dies wurde allerdings das Zünglein an der Waage.
General Morseman hatte vor Beginn dieser Schlacht bei Blood Gulch die „Nation aller Farben“, die „colorful union“ ausgerufen, und seine Umsicht und Beharrlichkeit – manche behaupten, sein Starrsinn – sowie das kleine Quentchen Glück, dass der große Geist ihm wohl zugedacht hatte, führten zu dem uns bekannten Ende.
So war es eine handvoll Männer, die den Ausgang bestimmten, und Morseman rief die Union zum Sieger aus, bevor auch noch die Letzten ihr Leben ließen.

Die Union des äußeren Westens stellt auch heute noch unsere Regierung. Morseman sagte damals, er würde, durch die Einheit aller Zugewanderten aber auch einheimischen Völker durch einen schmerzhaften, einer Geburt gleichkommenden Gewaltakt, dem Land durch die Niederwerfung jedweder Aggressoren endlich Frieden schenken.

Blood Gulch war ein Gemetzel und beendete den Krieg. Den Kindern Ina Makas wurde ein Friedensvertrag aufgezwungen und ihre Fraktion als „die Natives“ in den Unionsverband eingegliedert.
Damals wurde die Union zur Regierung Outer Wests ausgerufen und James Morseman als ihr erster Präsident.

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